Kolpingfamilie Ottenbach

 Abschlussbericht zum  Spendenprojekt „Häuser für San Marcos/Guatemala“ 2011

 Vorgelegt von Projektbetreuer Karl Schönweiler März 2012

1.   Wie kam es dazu?

2.   „Häuser für San Marcos

3.   Aktion Hoffnung und der Finanzierungsplan

 

  1. Flyer und Kleidersammlung

 

  1. Ein Haus von der Kolpingfamillie Süssen

 

  1. Laufende Berichterstattung und Spendenbarometer

 

  1. Große Projektvorstellung mit Patres

 

  1. Ständige Kontakte über Pater Fernando zum Stand der Dinge

 

  1. Das „Weihnachtshaus“

 

  1. Abschluss

 

 

1. Wie kam es zum Projekt?

Die persönliche Bekanntschaft von Pater Fernando Lopez, Salvatorianer-Pater zur Kolpingfamilie Ottenbach erwuchs durch die seelsorgerische Urlaubsvertretung von Pater Fernando in Ottenbach und Salach. Unsere Kolpingfamilie lud ihn immer wieder zu kleinen Informationsabenden ein, bei denen er von seiner Arbeit in der Mission in Venezuela und in Kolumbien erzählte.

Er hörte dabei auch von unseren Spendenprojekten der vergangenen Jahre und sagte einmal zum Abschied an einem dieser Abende: „Karl, wann machen wir einmal zusammen ein Projekt?“

Zwei Jahre später – inzwischen war Pater Fernando als Nachfolger von Reginbert Schmucker zum Leiter des Salvatorianer-Missionshauses in Logrono, Spanien eingesetzt worden und warb um so mehr für die Belange der Armen und Bedürftigen in Lateinamerika – entschlossen wir uns ein Spendenprojekt der Salvatorianer zu unterstützen.

Ausgewählt wurde schließlich das Projekt „Häuser San Marcos“ in der durch den Hurrican Stan verwüsteten Region San Marcos.

2. „Häuser für Familien in San Marcos/Guatemala“

 

Vorstellung des Hilfsprojektes bei der Hauptversammmlung der Kolpingfamilie Ottenbach am 25. Februar 2011

 

„Zum Thema Spendenprojekt beabsichtigen wir in diesem Jahr eine Zusammenarbeit mit Pater Fernando Lopez von den Salvatorianern in Logroño /Spanien. Seit 2002 unterhalten die Salvatorianer-Patres eine Missionstelle in San Marcos/Guatemala. In San Marcos wurden durch den Orkan „Stan“ viele Hütten und einfache Häuser vollständig zerstört. Noch immer haben 25 Familien kein richtiges Dach über dem Kopf. Die Patres haben von einer Baufirma ein sehr gutes Angebot für Baumaterialien und den Hausbau bekommen. Unter Mithilfe beim Bauen kann ein einfaches Haus für 1000.- Euro erstellt werden.

Grundlage des Spendenprojektes ist, wie in den vergangenen Jahren, die Kolping-Kleidersammlung „Aktion Hoffnung“. Aus deren Erlös konnten wir in den vergangenen Jahren bereits mehrere Projekte unterstützen oder sogar ganz finanzieren. Ein Haus besteht aus 2 Räumen, eines davon wird als Küche, Ess- und Wohnzimmer genutzt; der zweite Raum ist das Schlafzimmer für die ganze – und normalerweise sehr große – Familie.“

 Der Antrag zum Hilfsprojekt wurde einstimmig angenommen.

3. Aktion Hoffnung und der Finanzierungsplan

 

In erster Linie hielten wir den Blick auf die Möglichkeit der Kleidersammlung in Zusammenarbeit mit der „Aktion Hoffnung“ e.V.

Es musste ein detaillierter Finanzierungsplan erstellt werden.

Höchst möglicher Prozentsatz finanzieller Unterstützung solcher Projekte liegt bei 60 Prozent eines vorgelegten Finanzierungsplanes. Höchstsumme bei 6 000 Euro.

Ein Eigenanteil des Antragstellers ist erforderlich und ein Eigenanteil des Projektpartners wünschenswert.

Um den Höchstsatz von 6 000 Euro auszuschöpfen war unser Ziel festgelegt:

10 Häuser für Familien in San Marcos.

Nachdem uns Pater Fernando die 10 Prozent Eigenanteil als finanziellen Beitrag aus dem Haus Logrono zusagte, blieb für uns die bange Frage: Werden wir es schaffen 3 000 Euro an Spenden aufzubringen?

4. Die Kleidersammlung

 

Nach einem umfangreichen Informationsaufruf im Mitteilungsblatt Ottenbach, im kirchlichen Mitteilungsblatt sowie im Osterbrief, der an die Gemeindemitglieder in Salach und Ottenbach verteilt wurde, war die örtliche Öffentlichkeit umfassend informiert.

Die Kleidersammelaktion war dabei bereits angekündigt.

Flyer zur Spendenaktion wurden entworfen: Farbig, DIN A 4 quer/gefaltet mit allen wichtigen Informationen. Gedruckt wurden 400 Stück. Diese wurden jeweils mit dem platt gefalteten Plastiksack der Aktion Hoffnung zur Aufnahme der Kleider an die Gemeindehaushalte verteilt. (7 Bezirke).

Die Kleidersammlung am 8. und 9. Juli 2011 war ein großer Erfolg. Wie seit einigen Jahren werden die Kleidersäcke von den Leuten am Scheunentor des Hauses Schönweiler in der Schulstraße abgeliefert, in der Scheune untergebracht, bis sie am 9. Juli um 12.00 Uhr in den LKW verladen und von Kolpingmitglieder nach Laupheim gefahren wurden.

Mit beteiligt hatten sich dabei auch die Kolpingfamilie Eislingen und die Ministranten und Helfer der Kirchengemeinde  Reichenbach im Täle.

So wurden in Laupheim nahezu genau 4 Tonnen Kleider abgeliefert!

Kleider sortieren in Laupheim

Traditionell gehört zur Kleidersammlung auch ein Tag des Kleidersortierens in Laupheim.

Vier Kolpingmitglieder aus Ottenbach fanden sich also am 13. Juli 2011 zusammen mit weiteren acht Kolpingmitglieder unseres Kolpingbezirkes in der großen Halle in Laupheim ein um die großen Mengen an Kleidern und auch Schuhen zu sortieren und abzupacken.

Nach dem „einlernen“ durch eine sehr nette Dame wurden zirka neun Stunden lang (mit Pausen) und kurzweiligen Gesprächen die Kleider zu Paketen gestapelt und geschnürt – später dann zu Ballen gepresst. Die Zeit verging wie im Flug. Nach diesem erfüllten Tag machten wir uns wieder auf die Heimfahrt von der Alb ins Filstal.

5. Ein Haus von der Kolpingfamilie Süßen

Die Kolpingfamilie Süßen hatte durch das Bezirkstreffen von unserem Hilfsprojekt erfahren. Da sie selbst in diesem Jahr kein Hilfsprojekt unterstützten, boten sie uns an, ein Haus für eine Familie zu finanzieren. Wir nahmen im Namen der Patres dankend an.

6. Laufende Berichterstattung und Spendenbarometer

Da wir die 6 000 Euro von Aktion Hoffnung umgehend auf unserem Spendenkonto verbuchen konnten, dazu die 1 000 Euro von Kolpingfamilie Süßen, sowie erste private Spenden, die eingegangen waren, konnten wir bei unserer laufenden Berichterstattung und dem Stand der Aktion in den Mitteilungsblättern innerhalb von drei Monaten schon einen sehr beachtlichen Erfolg vorweisen.

Der Getränkeverkauf bei der Johannisfeier leistete ebenfalls einen Beitrag zur unserem Vorhaben.

Ebenso eine Führung auf dem Ottenbacher Franziskusweg mit abschließendem Vesper im Kolpingstüble.

Um den finanziellen Stand anschaulich darzustellen, wurde dies mit einer grafischen Darstellung, dem „Spendenbarometer“ veröffentlicht.

Der Inhalt der Spendengeldersäule war also schon ganz beachtlich gestiegen und für jeden

mit einem Blick klar zu erkennen.

Erste Überweisung an die Salvatorianer

Bereits am 20. Juli 2011 wurden durch unseren Kassier 7 000 Euro an die Salvatorianer überwiesen. Den Eingang bestätigte uns Pater Fernando.

Weiterer Zuschuss durch Aktion Hoffnung

Aufgrund der gesammelten Menge an „Altkleider“ – von denen sehr viele sogar noch neu verpackt oder allgemein in bestem Zustand waren, erhielten wir einen weiteren Zuschuß von 440,16 Euro.

 

Spendenstand 12. August 2011 betrug inzwischen 8084,51 Euro !

 

7. Große Projektvorstellung mit Patres

Inzwischen liefen unsere Vorbereitungen zur großen Hilfsprojektvorstellung im Antoniussaal in Ottenbach auf Hochtouren.

Wieder wurde mit entsprechender Information auf diesen Termin in den Mitteilungsblättern sowie auf Infoplakaten hingewiesen.

Am Sonntag, den 28. August 2011 war es dann soweit.

Nach dem Gottesdienst durch Pater Roberto und Pater Santi – unser Pfarrer Lukaschek befand sich im Urlaub, daher die Vertretung durch Salvatorianer-Pater Roberto, luden wir zum Mittagessen in den unter der Kirche befindlichen Antoniussaal ein.

Zum Essen gab es Suppe! Drei verschiedene, Gulaschsuppe, Kürbiscremesuppe und eine deftige Käsesuppe wurden mit Brot angeboten, der Preis von 7 Euro pro Person war gleichzeitig eine Spende für unser Projekt. Natürlich konnten alle von allen drei köstlichen Suppen kosten und essen soviel man wollte.

Anschließend wurde von den Patres das Projekt „Häuserbau für Familien in San Marcos“ mittels Lichtbildern über Laptop/Beamer vorgestellt. Unterstützt wurden sie dabei von  Karl Schönweiler (Projektbetreuer) und Andreas Franzke (Vorstand der Ottenbacher Kolpingfamilie). Das Interesse im voll besetzten Saal war enorm groß, wie es sich bei der anschließenden Möglichkeit zu Fragen zeigte.

Nach Kaffee und Kuchen klang für alle Besucher ein interessanter Tag aus.

Fazit: Die Projektvorstellung mit Essen und Trinken und dem „Spendenkörble“ erbrachten für unser Hilfsprojekt 721,47 Euro.

8. Ständige Kontakte über Pater Fernando zum Stand der Dinge

Über Pater Fernando erhielt ich immer wieder neue Informationen zum Stand der Dinge in San Marcos. Auch erste Bilder zum Bau der Häuser lagen uns vor, die wir ebenfalls wieder veröffentlichten und weiterhin für dieses Hilfsprojekt warben.

Bereits nach der großen Projektvorstellung konnten wir weitere 2 000 Euro überweisen, womit das Geld für das achte und neunte Haus zu Verfügung stand. Die Familien waren überglücklich und übersandten uns eine handgeschriebene „Charta“, als Dankschreiben an die Kolpingfamilie Ottenbach, unterzeichnet von allen, welche nun zu einem Häuschen kamen.

Adventsaktion

Unser Ziel wäre also erreicht. Doch wollten wir es dabei nicht belassen.

Bald würde die Adventszeit beginnen und wir hofften auf weitere Spenden.

Veröffentlichten Dankschreiben und Informationen aus San Marcos und warben so

weiterhin für unser Projekt.

Am 5. 12. 2012 konnten wir weitere 1 000 Euro aus den Spenden überweisen, womit ein zehntes Haus gebaut werden konnte.

Inzwischen waren die Missionshefte der Salvatorianer zur Weihnachtszeit auch bei uns eingetroffen und verteilt worden. Darin ein ganzseitiger Bericht (mit Fotos) zu unserer Ottenbacher Spendenaktion aus dem August.

Und wieder waren Spenden auf dem Konto eingegangen.

9. Das „Weihnachtshaus“

Im unserem Jahresrückblick konnten wir nun also auf eine erfolgreiche Spendenaktion verweisen und uns bei allen bedanken.

Alle Spender, welche eine Spendenbescheinigung benötigten, erhielten diese durch den Kirchenpfleger der kath. Kirchengemeinde Ottenbach.

Auch den Dank von Pater Fernando fügten wir bei. In seinem Jahresbericht schreibt er:

Unser Projekt „Häuser für Guatemala“ geht wie ein Wunder weiter. Wie großzügig sind unsere Wohltäter … zuletzt hat die Kolpingfamilie Ottenbach nach großer Leistung das Ziel erreicht, 10 Häuser bauen zu lassen. Für das Jahr 2012 wünschen wir Salvatorianer-Missionare Ihnen: Gott möge ihre Gaben vergelten mit dem kostbaren Schatz der seelischen Freude und Zufriedenheit.

Diesen Zeilen fügten wir noch folgenden Aufruf hinzu:

Noch ein Weihnachtshaus?

Nach der letzten Überweisung hätten wir noch die Chance auf ein „Weihnachtshaus“, denn mehr als die Hälfte dazu wäre bereits noch in der Spendenkasse! Fehlen sozusagen noch Dach, Fenster und die Tür, sowie der einfache Küchenherd.

Auch in Reimform hatten wir in unseren Weihnachts- und Neujahrsgrüßen dieses Thema eingeflochten:

Für zehn Häuser zu sammeln, das war unser Ziel,

das schien zu Beginn schier unglaublich viel.

Doch heut, am zu Ende gehenden Jahr

sehen wir klar, dass unser Projekt sehr erfolgreich war.

 

In San Marcos nimmt nun die Geschichte ihren Lauf –

zehn Familien bauen ihr eigenes Haus.

Die frohe Botschaft von der Krippe im Stall

öffnet alle Herzen, ob dort, oder in unserem Tal.

 

Und diese Freude, die geht uns nicht aus,

schenken wir doch – noch ein „Weihnachtshaus“!

Die Steine hätten wir schon beisammen

fehlt nur noch das Dach, das schaffen wir zusammen!

 

Auch dieses Weihnachtshaus wurde mit Spenden ermöglicht.

Das Geld gleich Anfang Januar 2012 überwiesen.

 

Kurz darauf sandte uns Pater Fernando dieses Mail:, welches wir natürlich auch wieder veröffentlichten:

 

Dank für das „Weihnachtshaus“!

Lieber Karl und liebe Freunde der Kolpingfamilie Ottenbach!

So endlich komme ich dazu Dir eine Antwort zu schicken und mich bei Euch zu bedanken für das wunderbare Weihnachtsgeschenk für Guatemala. Die tausend Euro für das 11. Haus sind seit dem 9.1.2012 bei uns angekommen. Ihr habt wirklich eine gute und schnelle Leistung erreicht. Vergelte es Euch Gott mit seinem reichen Segen.

Tausend herzlichem Dank auch für alle guten Wünsche für unsere Kommunität und Missionsarbeit. Ich hoffe wir werden uns, so Gott will, in diesem Jahr in Ottenbach wieder sehen.

Bis dahin alles Gute und die beste Gesundheit für das ganze Jahr 2012.

P. Fernando López

 

Bilder zu den Aktionen, wie auch zum Bau der Häuser sowie sämtliche Texte zu den Veröffentlichungen in den Mitteilungsblättern, Dokumente, und sämtliche E-Mails zu diesem Hilfsprojekt liegen beim Projektbetreuer, sowie der Kolpingfamilie Ottenbach vor.

 

Ottenbach, 28. März 2012

Karl Schönweiler
10. Abschluss

 

Abschließend bat ich Pater Fernando – und die Patres in San Marcos um eine Beurteilung und ein Schlußwort zu unserer Hilfsprojektaktion „Hauser für San Marcos“.

 

Er schrieb mir daraufhin:

 

Lieber Karl,

Mein Mitbruder Emilio Bermejo hat sich beeiligt und etwas mehr geschickt:

– Einen neuen Dankbrief in Namen der Salvatorianer und der 12 Familien, die ihr Haus haben.

– Einen Bericht über den Bau der Häuser.

– Planos = Grundrisse der Häuser, die die Organisation HABITAT als Modell für die beide Bauweisen anfertigte.

Karl, leider ist alles Spanisch, und ich bitte um Entschuldigung denn ich habe jetzt keine Zeit mehr um es zu übersetzen, ich bin fast auf Reise und soll noch einiges erledigen! Vielleicht findest Du doch jemand in Ottenbach, der etwas Spanisch kann.

Der Punkt 7 (Informe/Bericht) habe ich schwarz gemacht. Da steht, dass alle Häuser fertig sind, und am Anfang Februar-2012 zum guten Schluss sogar den Strom bekommen haben. Und auch ein Dankwort voll Freude, an alle deutschen Familien die mitgeholfen / gespendet haben.